Asana Werkstatt NR. 2

19 Jun 2018

 

 

Dreiblockstand - Kopfstand mal anders

 

Kopf über sieht die Welt immer wieder anders aus. So lieb ich den Handstand habe, mag ich nicht immer auf den Händen stehen. Beim klassischen Kopfstand ist mir ab und zu doch zu viel Druck auf dem Nacken.

Mit dieser Variante des Kopfstands kann ich angenehm und lange über Kopf sein.

Wie es sich anfühlt?: stabil, leicht, öffnend in den Schultern und der Brust, stärkend, erfrischend, entspannend im Nacken und wunderbar entlastend für den Beckenboden.

 

In den alten Schriften kann man lesen, dass tägliches lange auf dem Kopf Stehen verjüngend wirken soll. Grund dafür sei, dass göttlicher Nektar vom Kopf in unseren Körper fliesse, wenn dieser fertig ist, sterben wir. Kehren wir unsere Körperposition um 180°, fliesst, laut Überlieferung, der Nektar langsamer oder kehrt gar die Fliessrichtung. Ein grandioser Mythos!

Meine Erklärung, weswegen Umkehrhaltungen verjüngend wirken könnten, ist: einerseits, dass die ganze Durchblutung und Verdauung angekurbelt wird, weil die Organe und der Beckenboden andersrum hängen und entlastet werden. Andererseits weil die Schwerkraft auf all die Muskeln und Falten einwirkt und sie in die andere Richtung zieht. So werden bei allen mal die Mundwinkel hochgezogen. Zudem ädern wir unsere Perspektive und unseren Blickwinkel, was den Geist erfrischt und flexibel haltet.

 

Macht es Spass?

Ja! Die Übung braucht ein bisschen Mut, aber sobald du mal kopfüber bist, ist das Gefühl erfrischend. Wenn du aus der Übung rauskommst, fühlt sich der Körper wach und voller Energie an, fast ein bisschen euphorisch.

 

Muss ich das können?

Wie alle anderen Übungen: Diese Übung muss man nicht können. Aber es lohnt sich, sie zu üben.

 

Was muss ich dafür tun?

Als Vorübung ist es sinnvoll den Körper aufzuwärmen. Atme tief ein und aus. Mit jeder Ausatmung aktivierst du bewusst deine Mitte (Bauchnabel und unterste Rippen sanft zusammen und leicht Richtung Rücken ziehen). Fliesse durch 2,3 Runden Sonnengrüsse, eine Vorwärtsbeuge mit den Händen am Rücken verschränkt und dann Schultern kreisen, den Delphin für einige Atemzüge halten und eventuell noch Gomukhasana (Kuhgesicht).

 

Schritt für Schritt im Schnelldurchlauf:

Nimm 3 Blöcke (alle gleich gross) und suche dir ein Stück stabile Wand. Kein Büchergestell, welches umkippen kann!!!

Den ersten Block stellst du in der höchsten Variante etwa 5 cm von der Wand weg auf. Die anderen 2 legst du in der niedrigsten Variante darauf, sodass sie mit der schmalen Seite die Wand berühren. Von der Seite sieht das Konstrukt wie ein grosses „T“ aus. Im Video siehst du, wie die Blöcke stehen müssen.

 

Verschränke nun die Hände zwischen Wand und Block und klemm mit deinen Handballen den Block ein. Die Unterarme sind auf der Matte und Ellbogen Schulter breit.

Wichtig: Drück deine Arme und Handgelenke in die Matte, ja nicht heben und zu dir ziehen, so verlierst du die Stabilität und die Blöcke kommen dir entgegen. Der Kopf bleibt immer in der Luft.

 

Setze deine Zehenballen auf und komm in eine Hundvariante (Gesäss nach hinten oben).

Drück deine Arme (Ellbogen bis und mit Hände) in den Boden und leicht Richtung Wand, dies gibt dir Länge und Öffnung in den Schultern.

Lauf mit deinen Füssen Richtung Hände, bis du die Blöcke am Rücken spürst und drück mit dem Rücken die Blöcke in die Wand. Halte diesen Druck.

 

Strecke nun ein Bein in die Höhe und halte eine leichte Spannung bis in die Zehenspitzen, damit das Bein nicht in der Luft rum zappelt. Dieses Bein gibt nämlich die Richtung an, wohin dein Körper geht, wenn du hochhüpfst. Deswegen streck dein Bein, so gut es geht, hoch in die Luft.

 

Nimm Anlauf aus dem Sprunggelenk des Fusses, der noch am Boden ist und hüpf hoch. Dieser Schritt braucht Mut. Beide Fersen kommen an die Wand, wo du wieder Stabilität hast.

 

Drück nun deine Ellbogen und Arme noch mehr in die Matte und streck deine Fersen der Wand entlang hoch. Dies gibt dir viel Länge. Halte deine Mitte aktiv (Bauchnabel und unterste Rippen leicht zusammen und Richtung Rücken ziehen), so verhinderst du ein Hohlkreuz.

Drück deine Beine leicht zusammen, dies gibt noch mehr Stabilität.

Wenn du magst, schüttle den Kopf sanft, damit der Nacken ganz locker ist, oder schliess eventuell sogar die Augen. Atme tief und ruhig.

 

Wenn du frei balancieren willst: nimm ein Bein weg von der Wand, bis es über der Hüfte ist und danach das zweite dazu. Drück beide Beine gegeneinander. Dies hilft dir, in das Gleichgewicht zu halten. Biss nicht die Zähne zusammen, halte den Kiefer locker und den Atem ruhig.

 

Aus der Übung rauskommen:

Senke möglichst langsam ein Bein und dann das andere. Halte die Spannung in deiner Mitte und die Unterarme gegen Boden gedrückt, damit du sanft landest. Erst wenn du deine Knie am Boden hast und in eine Kleinkindposition kommst, löst du deine Hände und nimmst sie neben den Körper. Bleibe einige Atemzüge im Kleinkind und komm erst danach zum Sitzen.

 

Tipp:

Falls die Blockkanten unangenehm am Rücken drücken, kannst du ein kleines Tuch zwischen deinen Rücken und Blöcke nehmen.

 

Wirkung: kräftigt und öffnet die Schultern, vitalisierend, fördert die Balance, entlastet den Beckenboden und stärkt das Selbstvertrauen.

 

ACHTUNG: Diese Übung solltest du nicht machen, wenn du Augenhochdruck hast, oder die Gefahr einer Netzhautablösung besteht. Bei Bluthochdruck und verletzten Schultern ist sie mit Vorsicht zu geniessen.

Schwangere, die sich gewohnt sind Umkehrhaltungen zu praktizieren, dürfen diese Übung gerne machen. Wichtig: höre während der Schwangerschaft gut auf deinen Körper. Es ist nicht der Zeitraum, um neue, herausfordernde Asanas zu lernen.

 

Viel Spass beim Üben!

Elisa

 

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